Kalender 2019

Am 8. November 1918 verkündete Kurt Eisner nach der Ausrufung des Freistaats Bayern das allgemeine und freie Wahlrecht. Das feiern wir jetzt vor allem als Errungenschaft für die Frauen, die lange darum gekämpft haben.
In dem neuen Kalender wird dieser Kampf geschildert, außerdem finden Sie eine Kurzdarstellung der Ereignisse während der revolutionären Monate in München. Auf 12 Blättern lernen Sie die Frauen kennen, denen wir das Wahlrecht zu verdanken haben bzw. diejenigen, die als erste davon profitierten.

Der Kalender kostet 15 € und kann per Mail bestellt werden. Der Versand kostet leider nochmal 7 €, deshalb kann auch ein Abholtermin ausgemacht werden.
Außerdem wird er bei diversen revolutionären Veranstaltungen in den nächsten Wochen angeboten und liegt auch schon in der Kulturschmiede Sendling aus.

 

Ein Leben für die Jugend

Isabella Braun (1815-1886) steht schon lange auf meiner Liste der „Vergessenen Münchnerinnen“, und doch habe ich ihren 200. Geburtstag um knapp drei Monate verpasst. In drei Monaten jährt sich ihr Todestag zum 130. Mal – die Mitte zwischen den beiden Terminen ist auch ein schöner Anlass.

Eine glückliche Kindheit hatte die „braune Bill“ in Schloss Jettingen, die sie anschaulich in den Erzählungen „Aus meiner Jugendzeit“ schilderte. Doch plötzlich war alles anders: Halbwaise, Schülerin bei den Englischen Fräulein in Augsburg, dann in Ausbildung zur Lehrerin. Zehn Jahre lang unterrichtete Isabella Braun in Neuburg / Donau an einer Volksschule für Mädchen, mehrere Jahre als Privatlehrerin in Augsburg. Als Jugendbuchautorin gab sie ab 1856 die „Jugendblätter für christliche Unterhaltung und Belehrung“ heraus und übte sich in München 30 Jahre lang im Überleben mit dem Minimum. Die Zusammenarbeit mit bekannten Autoren und Prinzessinnen brachte Ehre und Ruhm, aber wenig Geld.

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Die Jettinger haben „ihre“ Isabella nicht vergessen. Auch die Neuburgerinnen ehren Isabella Braun seit 20 Jahren im Dezember mit einer kleinen Lichterfeier vor dem Denkmal im Park, und der ehemalige Kulturamtsleiter und seine Töchter haben ihre „Weihnachtsgeschichten“ neu herausgegeben. Die Münchner haben immerhin ihr Grab im Südfriedhof. Und ein Blatt im Kalender 2017 ist für sie reserviert.

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