Ein Leben für die Jugend

Isabella Braun (1815-1886) steht schon lange auf meiner Liste der „Vergessenen Münchnerinnen“, und doch habe ich ihren 200. Geburtstag um knapp drei Monate verpasst. In drei Monaten jährt sich ihr Todestag zum 130. Mal – die Mitte zwischen den beiden Terminen ist auch ein schöner Anlass.

Eine glückliche Kindheit hatte die „braune Bill“ in Schloss Jettingen, die sie anschaulich in den Erzählungen „Aus meiner Jugendzeit“ schilderte. Doch plötzlich war alles anders: Halbwaise, Schülerin bei den Englischen Fräulein in Augsburg, dann in Ausbildung zur Lehrerin. Zehn Jahre lang unterrichtete Isabella Braun in Neuburg / Donau an einer Volksschule für Mädchen, mehrere Jahre als Privatlehrerin in Augsburg. Als Jugendbuchautorin gab sie ab 1856 die „Jugendblätter für christliche Unterhaltung und Belehrung“ heraus und übte sich in München 30 Jahre lang im Überleben mit dem Minimum. Die Zusammenarbeit mit bekannten Autoren und Prinzessinnen brachte Ehre und Ruhm, aber wenig Geld.

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Die Jettinger haben „ihre“ Isabella nicht vergessen. Auch die Neuburgerinnen ehren Isabella Braun seit 20 Jahren im Dezember mit einer kleinen Lichterfeier vor dem Denkmal im Park, und der ehemalige Kulturamtsleiter und seine Töchter haben ihre „Weihnachtsgeschichten“ neu herausgegeben. Die Münchner haben immerhin ihr Grab im Südfriedhof. Und ein Blatt im Kalender 2017 ist für sie reserviert.

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